ANGELA HAREITER

bulb, 2003 / Installation, Aluminium, Spiegelfolie, Stroboskop, diverse Materialien

Die Architektin und Set-Designerin Angela Hareiter zeigt einen Raum zwischen Filmrequisit und Installation. bulb ist eine eigens für die Ausstellung in Auftrag gegebene Arbeit, die den Charakter eines Drehorts evozieren und zugleich eine Erinnerungsspur und die Überreste jener Technologien darstellen soll, die dem Kinoapparat innewohnen.
Als wäre der Raum der Installation eine Kameraoptik, die auf ein Objekt zoomt, werden die BetrachterInnen einer übergroßen Filmlampe gegenübergestellt, einem unheimlichen, Spezialeffekte generierenden Apparat als Emanation eines (architektonischen) Unterbewussten. Seitdem die erste modernistische Version des Kinos als hauptsächlich visuelle Erscheinung an ihr Ende gelangte, meint man, dass seine Phänomene zu einem Text gehören, der danach verlangt, auf immer neue Art und Weise gelesen und dekodiert zu werden. Dieser Text markiert ein Terrain buchstäblicher und symbolischer Übersetzungsverfahren und -praxen. Als Raumkonfiguration stellt bulb eine Theaterbühne für den Nichtdrehort der Ausstellung als Film dar. Sie behandelt Themen von Filmlicht und Spezialeffekten, Projektion und Screen (hier metaphorisch als Zeitschrift präsent).

Projektionen werden hier als Ergebnis immer neu austauschbarer Unterschiede aufgefasst, die jedoch von derselben Mechanik erzeugt werden, um Identitäten auf verschiedene Art und Weise zu verhandeln. bulb überbrückt die Kluft zwischen Projektion und Emission, zwischen der Kinoleinwand und der Monitoroberfläche, und verbindet symbolisch die Lichtquelle mit den Oszillationen der Kathodenstrahlröhre. Gleichzeitig reflektiert bulb den Schatten einer dem ganzen Gebäude eingeschriebenen architektonischen Terminologie, weil sie die Raumverhältnisse der Kuppelbahn in einem sichtbaren, vertikalen Plan verbindet und so die Raumgrammatik der Ausstellung formuliert.
Dieser Beitrag übersetzt Kino in Begriffe seiner architektonischen Elemente, um so einen Projektionsraum ohne Projektion anzudeuten und eine Bewegung im Inneren des Apparats zu ermöglichen. Hareiters Objekt ist zugleich Teil und Beleuchtung dieser temporären Konstellation. Es betont den Begriff des Kinos nicht als Maschine zur Projektion überlebensgroßer bewegter Bilder auf eine Leinwand, sondern als System unterschiedlicher Signale aus unterschiedlichen Quellen – als Kosmologie von Übertragungen und Ausstrahlungen. (CR)

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